Montag, 18. April 2016

Balabala-Life in Buzet


Lange ist es her seit dem letzten Eintrag. Das Felsklettern rückte in den Hintergrund und viel Geduld war gefragt.  Drei Monate an Plastikgriffen und 1600 Züge am Campusboard sind genug. Nun sehne ich mich wieder nach Kalkfelsen und langen Tagen an der frischen Luft. Doch wohin soll es über die Osterferien gehen?

Wiederum nach St. Léger? Dem Strom nach Spanien folgen? Oder doch Kalymnos besuchen?

Was Neues soll es sein. Abseits der Massen und ohne Erwartungen.

Als Feriendestination ist Kroatien nicht wirklich ein Geheimtipp. Aber dass es seit einiger Zeit nahe der slowenischen Grenze in Istrien auch interessante Kletterfelsen gibt ist mir neu. Die wenigen Bilder im Internet zeigen guten und vielfältigen Fels.

Ein weiterer Reisecheck von Michelle und mir. Wie lebt es sich in Kroatien und wo finden sich die schönsten Routen? Während zwei Wochen suchen und finden wir viel Schönes.

Wir verweilen in Roc (sage „Rosch“) in einem kleinen Studio. Dort treffen wir auf äusserst freundliche Leute welche trotz der Sprachbarriere mit uns zu kommunizieren versuchen. Das Leben scheint einfach und einiges langsamer als im hektischen Alltag bei uns.

Unsere Terasse in Roc
Stadtleben

Die alten Dörfer liegen auf den Hügeln. Deshalb muss jeweils eine kleine und kurvige Strasse passiert werden um ins Zentrum zu kommen. Nacheinander besuchen wir die umliegenden Dörfer und Orte.
Kotli: Alte Wassermühle, Feriensiedlung in Steinhäusern.
Hum: Die kleinste Stadt der Welt, hübsch, sympathische Konoba (Restaurant), Schnapsladen.
Buzet: Das Zentrum für Einkauf, mehrere Konobas, Plodine.
Motovun: Touristendorf mit Preisaufschlag, Aussicht.
Groznjan: Künstlerdorf, Stil, Olivenbäume, Touristenaufschlag im Konoba.

Alte Mühle in Kotli
Ausflug nach Hum mit Velo


Abendstimmung in Groznjan

Strandleben

Auch das Meer besuchten wir. Der Ausflug nach Opatija war entäuschend. Hingegen gefiel das hübsche Novigrad. Vor allem die schöne Strandpromenade lädt zum verweilen ein.

Novigrad

Hafen in Novigrad

Kletterleben

Die vielfältigen Gebiete um Buzet in einer kurzen Übersicht.

Kompanj, 
ein wenig Raco de les Espadelles...
Sonne, Aussicht, Hunde und Wohnmobile.

Im Sektor Katz finden sich Routen ab dem 6ten Grad in gutem Jurakalk. Dementsprechend anspruchsvoll sind diese und eine gute Fusstechnik ist gefragt.
Hund: Vielseitig und anspruchsvoll. Der erfolgreiche Rotpunkt ist der Saisonstart für M.

Links davon befindet sich der Sektor Beastiequeen mit schwierigeren Routen. Dort finde ich Tolle Kletterei in bestem Fels.
Yogi-Line: 30m Ausdauerkletterei in bestem wasserzerfressenen Kalk, I like! A. im erfolgreichen Onsight-Versuch zum Sonnenuntergang.
Realitätsverlust: Kräftige Stelle an Sinterfahne und ein Ceuse-würdiges-Finish! Für A. im zweiten Go ein Genuss.
Rainini: Maximalkraftausdauer an feinen Zangen, anspruchsvoll und schön! Mit müden Fingern klettert A. im letzten Versuch des Tages und Geschrei zum Top.

Aussicht in Kompanj

Buzetski kanjon Pengari, 
ein wenig Rodellar...
Nasse Füsse, Henkel, Sinter und lauschiges Ambiente.

Die Kletterei ist athletisch, steil und bietet viele Tritte. Wir mögen den Stil und haben Freude. Das abschliessende Bad im Bach gehört dazu.
Silent is golden: 35m Ausdauerkletterei in griffigem Kalk, yeah! Für M. zum einwärmen locker Onsight an der prallen Sonne.
Mara: 30m spassige Henkelkletterei. A. geniesst den Monkey-Style zum einwärmen im Onsight.
Too late: Spassiger Sprung, toll und „un peu cadeau“. Der Onsight-Versuch vergibt A. knapp und geniesst die Züge nochmals im zweiten Go.


Buzetski kanjon Befana, 
ein wenig Balme de Yenne...
Grottenvegetation, Staub, Riesensinter, Laktat und Kniekontakt.

In diesem schattigen Sektor ist es an den nun warmen Tagen angenehmer. Der Ort gefällt uns und die kräftigen Züge machen Spass.
Joker: Abgefahrene Moves an sinterstrukturen. Der erfolgreiche Rotpunkt von M. ist ein Erfolg.
Lap dance: 35m Marathon mit kräftiger Crux. Da fühlt sich A. wohl und zieht im zweiten Go bis zum Top.





Pandora, 
die lokale Spezialität...
Verloren, ausgesetzt, steil, Vogelwohnung und Wasserfall.

Ein schöner Ort zum verweilen und um waghalsige Mauerseglern zu beobachten. Um die Kuppel zu überwinden müssen kräftige Boulderstellen geklettert werden. Athletisch und spektakulär ziehen die Routen durch den Überhang.
Neytiri: Die Touristenroute, ansprechend und zugänglich. Im zweiten Go holt sich A. das Souvenir.
Avatar: Die Schauroute mit dramatischem Finish. Im zweiten Rotpunktversuch zieht A. im Nieselregen zum Top.



Pandora macht müde Arme...

Ausgesetztes Ambiente...

Lokale Gastronomie

Zentralistrien ist geprägt von einfacher und üppiger Küche. Um die Portionen zu vertragen braucht es einen anstrengenden Klettertag in Pandora sowie ein unempfindlicher Magen. Viel Schweinefleisch in verschiedenen Zubereitungen, Kartoffeln, Teigwaren und Fasnachtsgebäck wird in den Konobas serviert. Dazu läuft gerne kroatische Schlagermusik. Eigentlich wie bei uns im Emmental oder vielleicht in Bayern. Nach dem Essen gehört dann der Mistelschnaps dazu und wird gerne zur Degustation eingeschenkt.



Fazit

Wir kommen wieder!

Um die vielen schönen Routen zu versuchen...


Ein einfaches Leben zu geniessen

Balabala zu sein...